Die letzten 20 Kilometer sind das finale Eintauchen in das bunte, quirlige, manchmal oberbaumauch schmutzige Berlin. Eine besondere Großstadt mit einer ebenso einzigartigen Vergangenheit – im positiven wie im negativen Sinne. Nach dem Überqueren der Sonnenallee und des Dammwegs (hier auch ein neuer Verpflegungspunkt) verlassen die Läuferinnen und Läufer Rudow und nähern sich Kreuzberg. Höchst-wahrscheinlich trifft man hier auf zahlreiche Nachtschwärmer oder am Sonntagmorgen auf „After-Party-Spaziergänger“, vor allem auf der Schlesischen Straße und spätestens auf der Oberbaumbrücke, die Kreuzberg mit Friedrichshain verbindet. Gleich nach der Brücke geht´s links zur mittlerweile weltberühmten East Side Gallery. Künstler eastsidehaben hier im Frühjahr 1990 auf einer Länge von 1,3 Kilometern ein Reststück der Mauer bemalt. Einer der Künstler ist Peter Lorenz. Vor seinem Bild betreut die „Künstlerinitiative East Side Gallery“, die sich für den Erhalt der weltweit einmaligen Galerie einsetzt, einen Verpflegungsstand.

Auf den Kilometern nach der East Side Gallery folgt eine Sehenswürdigkeit nach der anderen: Das Mahnmal Peter Fechter in der Zimmerstraße, kurz danach der berühmte Checkpoint Charlie, an dem sich einst die Panzer bedrohlich gegenüberstanden. Dann das Holocaust-Mahnmal, natürlich auch Brandenburger Tor und Reichstag. Ca. 4 km mauervor dem Ziel noch ein letzter VP an einem früheren Wachturm. Der Turm ist inzwischen zu einem kleinen Museum umgebaut worden, das von Jürgen Litfin gegründet und bis heute betreut wird. Sein Bruder Günter war das erste erschossene Maueropfer, ihm wurde auch die Finisher-Medaille beim Mauerweglauf im Jahr 2013 gewidmet. Zum Schluss noch einmal Mauer-Geschichte hautnah: Die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße ist ein ganz besonderer Ort der Erinnerung. Nirgendwo sonst ist die frühere Grenze derart erfahrbar wie hier. Die Grenzanlagen wurden teilweise originalgetreu rekonstruiert, zahlreiche Schautafeln dokumentieren die Geschehnbernauerisse zwischen 1961 und 1989.

Nach einem leichten Anstieg auf der Bernauer Straße knickt die Strecke links in den Jahn-Sportpark ein. Jetzt sind es nur noch wenige Meter bis ins Stadion an der Cantianstraße und zum langersehnten Zielbogen der 100MeilenBerlin… Wir drücken schon jetzt allen Mauerwegläufern fest die Daumen!!