Wer sich von seinem leckeren Bier am Brauhaus Meierei trennen kann, genießt auf den ersten Metern danach den schönen Neuen Garten mit dem bekannten Schloss Cecilienhof. Ebenso historisch berühmt ist die Glienicker Brücke, die zunächst unter- und dann überquert wird. Der ein oder andere Agentenaustausch fand hier zwischen Ost und West statt.

Nach wenigen Schritten auf Berliner Stadtgebiet erreichen wir Klein Glienicke. Ein spannender Ort, denn zu DDR-Zeiten ragte Klein Glienicke als Sperrgebiet nach IMG_2657West-Berlin hinein. Für Bewohner und Besucher war dieser Flecken nur mit Sondergenehmigung und über eine kleine Brücke erreichbar, die von den Mauerwegläufern ebenfalls passiert wird. Von Klein Glienicke geht es durch Babelsberg, vorbei an IMG_2664zahlreichen Villen. Unter anderem residierten hier nach dem Krieg die Herren Stalin und Truman. Dass beim Mauerweglauf jeder Laufkilometer immer eng mit deutscher Geschichte verbunden ist, zeigt sich auch beim Verpflegungspunkt am Griebnitzsee. Hier erinnert eine Gedenkstätte an die zahlreichen Opfer der früheren Grenze. Stumme Zeugen von einst sind ein Mauerstück sowie die freigelegten Fundamente eines Wachturms (km 90).

Nach dem Gedenkort folgt eines der längsten Geradeaus-Laufabschnitte, der Königsweg! Mitten durch den Wald, etwa sechs Kilometer, etwas wellig. Interessant IMG_2667sind hier die unscheinbaren Spuren, die die Grenzanlage hinterlassen hat und auch jetzt – viele Jahr danach – noch zu sehen sind. So finden sich an etlichen Bäumen rechterhand noch die Einkerbungen von Stacheldraht, der hier gespannt war. Der Königsweg selbst gehörte noch zu West-Berlin. Beim Verpflegungspunkt der IMG_2674Familie Thiel endet die lange Gerade. Entlang des Teltow-Kanals nähern wir uns allmählich dem letzten Wechselpunkt. Wer die Jahnsporthalle in Teltow erreicht hat, darf sich über 103 zurückgelegte Kilometer freuen. Hier kann man sich auf Matten in der Halle ausruhen oder auch eine erfrischende Dusche nehmen, bevor es dann auf die letzten 58 Kilometer geht…