Was den Mauerweg besonders auszeichnet, ist seine Vielfältigkeit. Eben noch in der Stadt, dann mitten im Wald. So beginnen auch unsere zweiten 20 Kilometer: zunächst jede Menge Einfamilienhäuser, die früher zum Teil unmittelbar an der Mauer standen, dann der dunkle

WaldWald von Frohnau. Eine Besonderheit ist hier der Untergrund, denn die Wege sind größtenteils gepflastert. Eigentlich sollte eine Siedlung entstehen, die Pflasterwege sind ein Überbleibsel dieser Pläne.

Übrig geblieben ist auch ein ehemaliger Grenzturm. Die Soldaten sind zum Glück schon lange weg, dafür hat die Waldjugend hier ihre neue Heimat gefunden, nämlich im Naturschutzturm Hohen Neuendorf (km 23). Das Team um Marian Przybilla unterstützt uns seit Jahren, und auch in diesem Jahr wieder, mit einem Verpflegungsposten.

In Hohen Neuendorf führt uns die Strecke an einem kleinen Kreisverkehr vorbei. Dieser Platz ist nach Marienetta Jirkowsky benannt, der auch dieser Mauerweglauf gewidmet ist. Und wenige Meter danach folgt an der Florastraße jener Ort, an dem Marienetta bei ihrem Fluchtversuch 1980 von Kugelnmarienetta getroffen und schließlich tödlich verletzt wurde. Ein orangefarbene Gedenkstele erinnert an sie, ebenso eine Texttafel (zwischen km 24 und 25).

Gleich anschließend geht´s durch die Invalidensiedlung. Ein merkwürdiger Ort, denn die Backsteinhäuser passen irgendwie gar nicht hierher. Die ältesten Gebäude sind von 1748 und wurden von König Friedrich den Zweiten für invalide Soldaten errichtet. Ein paar Kilometer weiter wird es erneut historisch, wie so häufig bei diesem Lauf: Der Mauerweg führt über die Autobahn A111. In unmittelbarer Nähe, in nördlicher Richtung, befand sich bis zur „Wende“ die Grenzübergangsstelle Stolpe, die erst 1987 eröffnet wurde.

Nach insgesamtNiederNeuendorf knapp 34 Kilometern haben wir den ersten Wechselpunkt des Mauerwegs erreicht. Hier ist das Zuhause des Ruderclubs Oberhavel in Hennigsdorf, der uns sein Vereinsgelände an diesem Tag zur Verfügung stellt. Von nun an geht es weiter parallel zur Havel, vorbei am Bombardier-Eisenbahn-Werk, das mit rund 3.000 Beschäftigten der größte Arbeitgeber vor Ort ist.

Der zweite Teil unseres 100Meilen-Guides endet an einem weiteren ehemaligen Wachturm, der erhalten geblieben ist. Er steht in Nieder Neuendorf, das zu Hennigsdorf gehört. Der Turm wurde 1987 als Führungsstelle des Grenzregimentes 38 „Clara Zetkin“ erbaut. Heute beherbergt er eine Dauerausstellung und während des Laufs direkt am Uferweg einen Verpflegungspunkt.