Ein schlichtes Holzkreuz steht in der Zehlendorfer Berlepschstraße, direkt an einer Bushaltestelle. In unmittelbarer Nähe verlief bis zum Fall der Mauer der Todesstreifen. Und an diesem Ort starb am 16. Dezember 1966 Karl-Heinz Kube bei einem Fluchtversuch. Karl-Heinz wurde nur 17 Jahre alt. An sein Schicksal – stellvertretend für die anderen Maueropfer – soll mit dem Mauerweglauf 2016 erinnert werden. Die Finisher-Medaille wird deshalb auch sein Konterfei tragen.

Karlheinz-Kube-kleinerKarl-Heinz Kube wurde am 10. April 1949 in Ruhlsdorf bei Berlin geboren. Nach dem Besuch der Schule arbeitet er im VEB Industriewerk Ludwigsfelde. Zusammen mit seinem 18-jährigen Freund Detlev schmiedet Karl-Heinz Fluchtpläne. Beide wollen in Kleinmachnow einen Weg in den Westen suchen. In den Abendstunden des 16. Dezember 1966 ist es soweit: Ausgerüstet mit Seitenschneidern überwinden sie zunächst erfolgreich die ersten Sperranlagen. Am letzten Zaun werden Karl-Heinz und Detlev von einer Streife der Grenzsoldaten entdeckt. Beide retten sich zunächst in einen Graben, wo sie jedoch in das Schussfeld einer zweiten Streife geraten. Während Detlev unverletzt bleibt und festgenommen wird, treffen Karl-Heinz Kugeln in die Brust und in den Kopf. Seine Eltern werden durch die Volkspolizei über den Zwischenfall informiert: „Ihr Sohn hat sich provokatorisch an einem Grenzdurchbruch beteiligt, wurde dabei verletzt und ist seinen Verletzungen erlegen.“

Die Todesschützen, die insgesamt 40 Schüsse auf die Flüchtenden abgaben, werden noch Ende Dezember 1966 mit der „Medaille für vorbildlichen Grenzdienst“ beziehungsweise mit dem „Leistungsabzeichen der Grenztruppen“ dekoriert und zu einem kalten Buffet gebeten.