Der Berliner Mauerweglauf ist mit seinen 100 Meilen nicht nur eine sportliche Herausforderung, er ist auch ein Ereignis, das sich mit der Geschichte der Mauer auseinandersetzt.

Gleich zu Beginn des Laufs wird es zunächst ein Symbol der Hoffnung geben: Unmittelbar vor dem Brandenburger Tor (km 7), das erstmals bei einem Mauerweglauf durchquert wird, treffen die Teilnehmerinnen und MauerAbbau1040_FotorTeilnehmer nämlich auf eine Mauer aus Holzziegeln. Getreu dem Motto der Mauerwegläufer, „grenzenlos laufen“, wird die Holzmauer Stück für Stück abgetragen, sozusagen „weggelaufen“: Jeder Läufer kann sich einen Ziegel nehmen und diesen durch das Brandenburger Tor tragen. Bis die Mauer schließlich ganz verschwunden ist.

Ganz im Zeichen des Gedenkens steht eine Aktion der Stadt Teltow am ersten Wechselpunkt in der Jahnsporthalle (km 59). Dort wird an das Maueropfer Karl-Heinz Kube erinnert, denn unweit der Halle, am Teltow-Kanal, wurde Karl-Heinz 1966 im Alter von gerade mal 17 Jahren erschossen. Zum einen wird es am Wechselpunkt eine kleine Ausstellung geben, die die Fluchtgeschichte nachzeichnet. Außerdem haben Läufer die Möglichkeit, ihre Gedanken zum Schicksal der zahlreichen Mauertoten (mindestens 138) und zur Überwindung der deutschen Teilung auf Postkarten zu schreiben. Diese Karten werden später mit Heliumballons in die Luft und die Botschaften damit „in die Welt“ geschickt. Darüber hinaus tragen die Finisher-Medaillen in diesem Jahr das Konterfei von Karl-Heinz Kube.